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Steinlintel aus Keilsteinen bauen – Schritt für Schritt erklärt

Wie man einen Steinlintel aus Keilsteinen Schritt für Schritt herstellt

Es gibt traditionelle Bautechniken, die heute kaum noch angewendet werden, wie zum Beispiel Steinlintel aus Keilsteinen. Früher war die Steinmetzkunst ein hoch angesehenes Handwerk im Bauwesen, doch heute ist es zunehmend schwierig, Fachkräfte zu finden, die Naturstein präzise bearbeiten und traditionell verbauen können.

Horizontaler Steinlintel aus behauenen Keilsteinen

Traditionell wurden Fensterstürze – also die Bauteile über Öffnungen in der Fassade – aus Holzbalken, großen monolithischen Steinblöcken oder als Bögen aus Keilsteinen aus Stein, Ziegel oder Keramik ausgeführt.

Ein Sturz kann grundsätzlich auf zwei Arten hergestellt werden: als horizontaler Sturz oder als bogenförmiger Sturz. Aus statischer Sicht ist der Bogen deutlich effizienter, da die Lasten besser über Druckkräfte abgetragen werden.

🧱 Keilsteinstürze und moderne Bauweisen

Horizontale Steinlintel aus Keilsteinen sind statisch anspruchsvoller als Bögen, da sie vertikale Lasten weniger effizient aufnehmen. Deshalb ist ihre Spannweite begrenzt und stark von der Materialfestigkeit sowie der Ausführungsgenauigkeit abhängig.

In der heutigen Baupraxis werden diese Herausforderungen meist durch Stürze aus Stahlbeton oder Stahlstürze gelöst, die große Lasten und Öffnungsbreiten ermöglichen. Keilsteinstürze aus Naturstein finden daher heute vor allem in der Denkmalpflege oder aus gestalterischen Gründen Anwendung.

🔨 So wird ein horizontaler Steinlintel aus Keilsteinen hergestellt

Im Folgenden erklären wir, wie ein horizontaler Sturz aus Keilsteinen aufgebaut wird. Er besteht aus mehreren kleinen, trapezförmig behauenen Steinen, die so angeordnet sind, dass sie das darüberliegende Mauerwerk tragen können.

Das statische Prinzip ähnelt dem eines Bogens: Die Keilsteine arbeiten überwiegend auf Druck. Allerdings ist dieses System in horizontaler Ausführung weniger effizient und erfordert höchste Präzision.

📐 Ausführungsschritte

  1. 🪨 Bearbeitung der Keilsteine: Die Steine werden trapezförmig behauen. Der mittlere Stein – der sogenannte Schlussstein – ist symmetrisch, während die seitlichen Keilsteine die Form eines gleichschenkligen Trapezes besitzen.
  2. 🪵 Schalung vorbereiten: Vor dem Versetzen der Steine wird eine temporäre Holzschalung mit Brettern und Stützen eingebaut, um den Sturz während der Montage abzufangen.

Temporäre Holzschalung für einen Steinlintel aus Keilsteinen

  1. 🧩 Probeverlegung: Die Keilsteine werden zunächst trocken aufgelegt, um Passgenauigkeit, Ausrichtung und Geometrie zu überprüfen.
  2. 🔑 Einsetzen des Schlusssteins: Der Schlussstein wird zuletzt eingesetzt und sorgt für die Lastabtragung und Stabilisierung des Systems.
  3. 🧱 Vermörtelung: Obwohl die Konstruktion theoretisch durch Reibung funktionieren kann, wird die Verwendung eines geeigneten Mörtels empfohlen – insbesondere bei unregelmäßig behauenen Steinen.

Versetzen der Keilsteine in einem horizontalen Steinlintel

  1. 🔩 Zusätzliche Bewehrung: Es empfiehlt sich, Stahlstäbe einzubauen, um den Sturz mit dem angrenzenden Mauerwerk zu verbinden und die Gesamtstabilität zu erhöhen.

Metallische Bewehrung in einem Steinlintel aus Keilsteinen

  1. Ausschalen: Nach dem Erhärten des Mörtels kann die Schalung entfernt werden. Bei fachgerechter Ausführung trägt der Sturz zuverlässig die Last der Fassade.

📋 Übersichtstabelle: Steinlintel aus Keilsteinen

Merkmal Beschreibung
Sturztyp Horizontaler Steinlintel aus Keilsteinen
Material Behauener Naturstein
Statisches Prinzip Druckkräfte durch Verzahnung der Keilsteine
Schwierigkeitsgrad Hoch (erfordert Präzision und Erfahrung)
Heutige Anwendung Denkmalpflege und traditionelle Architektur

Inhalt geprüft vom Redaktionsteam von Vilssa.

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